Warnschutzklassen nach EN ISO 20471: Klasse 1, 2 oder 3?
Die EN ISO 20471 teilt Warnkleidung in drei Klassen ein – entscheidend sind die Mindestflächen an fluoreszierendem Hintergrundmaterial und Reflexstreifen.
Die drei Klassen
| Klasse | Fluoreszierendes Material | Reflexmaterial | Typische Kleidungsstücke |
|---|---|---|---|
| 1 | mind. 0,14 m² | mind. 0,10 m² | Warnhosen (einzeln), Hosenträger-Systeme |
| 2 | mind. 0,50 m² | mind. 0,13 m² | Warnwesten, T-Shirts, kurze Jacken |
| 3 | mind. 0,80 m² | mind. 0,20 m² | Jacken mit Ärmeln, Overalls, Kombinationen |
Wichtig: Klasse 3 erfordert Material an Rumpf und Ärmeln und/oder Hosenbeinen – eine ärmellose Weste kann nie Klasse 3 sein. Viele Hersteller zertifizieren Jacke + Hose als Kombination Klasse 3: einzeln je Klasse 2, zusammen getragen Klasse 3.
Welche Klasse ist wann gefordert?
- Klasse 1: geringe Gefährdung, ergänzend – in der Praxis selten allein ausreichend.
- Klasse 2: Standard für Baustellen, Ladeverkehr, innerbetrieblichen Verkehr bei Tag.
- Klasse 3: Arbeiten an Straßen ab ca. 60 km/h (z.B. nach ASR A5.2 / RSA-Vorgaben), bei Dunkelheit und schlechter Sicht, im Gleisbereich. Viele Auftraggeber (Autobahn GmbH, DB) schreiben Klasse 3 generell vor.
Gelb oder Orange?
Beide Farben sind normkonform. Praxis: Gelb dominiert auf Straßenbaustellen (beste Tag-Sichtbarkeit), Orange ist im Gleisbereich vorgeschrieben und in der Entsorgung verbreitet. Entscheidend ist die Vorgabe des Auftraggebers.
Lebensdauer und Pflege
Warnkleidung verliert ihre Schutzwirkung, wenn das Hintergrundmaterial ausbleicht oder verschmutzt und die Reflexstreifen beschädigt sind. Beachten Sie die maximale Waschzyklenzahl des Herstellers (oft 25–50 Wäschen) – danach ist die Normkonformität nicht mehr gewährleistet. Verblasste Warnkleidung ist keine Warnkleidung mehr.
Logo auf Warnschutz?
Möglich – aber der Aufdruck darf die zertifizierten Mindestflächen nicht unterschreiten. Wir platzieren Logos normkonform und liefern die Kleidung fertig veredelt.